Niveau: unterirdisch

Neulich bekam ich einen Anruf, von einer mir bis dahin persönlich nicht bekannten Person. Er würde mich im Auftrag jener Person kontaktieren, deren Rückruf ich eigentlich erwartet hatte. Was dann folgte, war eine Tour d’Horizon aller telefonisch anwendbaren Unhöflichkeiten, inklusive finalem Aufhängen. Zack. Niveau: unterirdisch weiterlesen

Neuer Frauenhandel

Man muss wohl in einem ganz besonderen Biotop leben, um auf die Idee zu kommen, einen Zertifikatehandel für die Geschlechterverteilung in Unternehmen einzuführen. Drei Ökonomen schlagen nun aber genau das vor. Ihrer Meinung nach wäre so die Umsetzung von Frauenquoten günstiger zu haben als mit einer starren Variante. Neuer Frauenhandel weiterlesen

Ein Kaktus für die Bartfrage

Friedlich plaudert man in der Kantine beim Salatlunch mit der Freundin, spiesst gerade vorsichtig eine Cherrytomate auf, da erscheint an der Tischkante ein schwarzer Hosenbund. Der Blick wandert über Hemd und Krawatte zum Gesicht, es ist ihr Chef. Ohne Gruss und Pardon fragt er der Kollegin so lange Löcher in den Bauch, bis sie schliesslich aufsteht, sich entschuldigt und mit ihm geht, um sein Problem zu lösen. Ein Kaktus für die Bartfrage weiterlesen

Bissige Bürotrolle

In der Welt der Sozialen Medien nennt man sie Trolle: sie kommentieren alles und jedes mit bissigen, persönlichen und zuweilen beleidigenden Bemerkungen. Sie suchen Streit, doch den Gefallen darf man ihnen nicht tun. Man soll sie nicht füttern, heisst es, weil es kaum Spass macht, schweigende Mauern anzupinkeln. Bissige Bürotrolle weiterlesen

Masslose Messlust

Wir lieben es, uns mit- und aneinander zu messen, citius, altius, fortius! Das olympische Credo hingegen mag jenen ein Trost sein, die nicht schnell, hoch und stark genug sind, in Wahrheit wissen wir: es reicht nicht, nur dabei gewesen zu sein und gekämpft zu haben, was zählt sind Sieg und Eroberung. Stoppuhr und Messband spornen uns zu Höchstleistungen an. Masslose Messlust weiterlesen

Nahverkehrszonen

In einem Zwischenruf beklagt Brigitte Hürlimann die Unsitte neurotischer Städter, im Bus bei erster Gelegenheit auf einen Platz mit freiem Nebensitz zu wechseln. Dasselbe tun Landeier in Pendlerzügen, wo mit steigenden Temperaturen der Wunsch nach Abstand zusätzlich wächst. Neurotisch ist das nicht, es ist natürlich. Nahverkehrszonen weiterlesen

Meinen Sie, Sie schaffen das?

Wer als Frau ein Einstellungsgespräch absolviert, sieht in den Augen ihres Gegenübers die Dollarzeichen der potentiellen Kosten ihrer künftigen Abwesenheiten, von Fehlinvestitionen in ihre Aus- und Weiterbildung und das Fragezeichen über allem: Schafft sie das? Meinen Sie, Sie schaffen das? weiterlesen

Zuerst passiert es anderen

Man erfährt vom Hörensagen, dass ein alter Schulfreund den Job verloren hat. Beim Abfallentsorgen erzählt die Nachbarin, der junge Vater im neu bezogenen Reihenhaus sei offenbar entlassen worden. Laut BfS wurden in der Schweiz 2014 über Vierzigtausend neue Stellen geschaffen, deutlich häufiger liest man allerdings vom Abbau derselben, das genaue Delta bleibt im Dunkeln. Zuerst passiert es anderen weiterlesen

Mit dem Staat im Bett

In der Samstagsausgabe der NZZ hinterfragt Hansueli Schöchli Subventionen für das Kinderkriegen und Katharina Fontana wettert gegen den Staat, der sich als Beschützer der Frauen aufspielt. Natürlich ist niemand gegen das Kinderkriegen, aber wenn der Staat im Schlafzimmer Mamas Händchen hält, ist Schluss mit lustig. Mit dem Staat im Bett weiterlesen

Freiwilligenarbeit macht Sinn

Sie ist doch ein Schatz! Seraina Kobler beantwortet die Weltwochen-Frage nach den Kosten der Frau mit einer Gegenfrage: Was ist Arbeit wert, wenn sie nicht bezahlt wird? Hausarbeit, Vereinstätigkeit, politisches Engagement und die Pflege von Angehörigen haben einen erheblichen Wert, sind wichtig für das Funktionieren unserer Gesellschaft und können als Teil des Bruttoinlandprodukts verstanden werden. Freiwilligenarbeit macht Sinn weiterlesen