Aux armes, citoyennes!

Angie kann Kanzler. Mittlwerweile können das auch Frauen. Maggie konnte es, Cristina kann es und die Schweiz hatte immerhin schon einmal eine Frauenmehrheit im Bundesrat. Trotzdem wird die Frauenquote gefordert und heftig diskutiert. Die Herren bangen um ihre Machtanteile, die Damen fürchten als Quotenfrau abgestempelt zu werden. Carla del Ponte konnte Chefanklägerin, Christine Lagarde kann IWF und Janet Yellen kann bald Fed. Frauen können Politik, Recht und jetzt auch Geld! Wozu also noch eine Quote?

Frauen haben sich ihren Platz in der Politik und in der Gesellschaft dort erobert, wo demokratische Strukturen zulassen, dass die weibliche Hälfte ihren Einfluss geltend machen kann. Überall in Europa rebellierten Bürger einst gegen ihre Herrscher und erkämpften sich das freie Wahlrecht: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Schon wenige Jahrzehnte später begannen die Frauen sich dafür einzusetzen, dass zu den Brüdern auch Schwestern gehören. Weil Freiheit, Gleichheit und das kameradschaftliche Miteinander nur dann allen Wohlstand verschaffen, wenn diese Rechte auch wirklich für alle gelten. Als die Frauen die gleichen Rechte endlich bekamen, zogen auch sie auch in die Parlamente und Regierungen ein.

Sie könnten auch Verwaltungsrat und Geschäftsleitung, aber der CEO kann nicht Kanzler. „Not everything is a democracy“ pflegte einer zu sagen, der es wissen musste: ein Geschäftsleitungsmitglied. In der Wirtschaft herrscht noch die Feudalherrschaft, die Macht wird auf die (Zieh-) Söhne übertragen. Die Herrscher fordern ihren Zehnten ein und leben auf Kosten ihrer Untertanen. Das Volk rebelliert zwar, skandiert „Abzocker“ und fordert 1:12. Frauen verlangen wenigstens Gleichheit bei Lohn und Chancen. Das selbe wollten zu ihrer Zeit auch die Citoyens, die Eidgenossen und heute die Aktivisten der „Arabellion“. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Auch für Schwestern. Deshalb braucht es die Frauenquote: weil die Politik der Wirtschaft die Demokratie nicht anders beibringen kann.

Erklärung zum Titel: Der Titel „Aux Armes Citoyennes“ ist nicht nur angelehnt an die französische Nationalhymmne über die Revolution, sondern stammt aus dem gleichnamigen Song der französischen Popsängerin Zazie:

Aux armes, citoyennes
Nos armes seront
Les larmes qui nous viennent
Des crimes sans nom
Aux hommes qui nous aiment
Ensemble, marchons
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Veröffentlicht von

Johanna Angele

Johanna Angele studierte Anglistik und Germanistik in Zürich, später folgte eine Weiterbildung zur Wirtschaftsinformatikerin. Ihr beruflicher Werdegang führte sie in die Beratungs- und Finanzbranche. Nach vielen Jahren in der Stadt wohnt sie nun in der Ostschweiz, ist oft in Frankreich und arbeitet in Zürich. Ende 2012 ist von ihr das Buch "Weiberzeit. In Zukunft gemeinsam" erschienen.

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